Der aktuelle KI-Hype verschleiert oft die menschliche Arbeit und Wertvorstellungen dahinter und den enormen Ressourcenverbrauch der neuen Technologien. NINA HECHENBERGER erklärt, warum globale feministische Perspektiven auf Künstliche Intelligenz dringend notwendig sind.
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 prägt Künstliche Intelligenz (KI) öffentliche Debatten, politische Strategien und den Arbeitsalltag vieler Menschen. Der Diskurs folgt dabei häufig zwei Extremen: KI erscheint entweder als nahezu allmächtige Lösung für komplexe Probleme oder aber als bedrohliches Zukunftsszenario, in dem Maschinen zunehmend über menschliche Entscheidungen bestimmen.
Maschinelles Lernen
KI basiert heute hauptsächlich auf maschinellem Lernen. Dabei lernen Algorithmen aus großen Datenmengen Muster zu erkennen und Aufgaben zu lösen, ohne dass jeder einzelne Schritt händisch programmiert werden muss. Das System verbessert sich durch wiederholtes Training mit Daten und vorgegebenen Zielen. So können moderne KI-Systeme komplexe Aufgaben wie Textgenerierung bewältigen und menschliche kognitive Fähigkeiten scheinbar nachahmen. Allerdings benötigt der Lernprozess immer menschliche Anleitung bei der Auswahl der Daten, der Modellstruktur und der Ziele.
Es gibt jedoch nicht „die eine künstliche Intelligenz“, sondern viele KI-Systeme, die Daten unterschiedlich verarbeiten und in diversen Modellen zur Verfügung stellen. Daten, die durch Menschen bereitgestellt, eingepflegt, „gesäubert“ und aussortiert werden – sei es durch die Bestätigung „Ich bin kein Roboter“ und das anschließende Klicken auf z. B. alle Bilder, die Ampeln oder Fahrräder enthalten, oder durch „Click-Worker“ im Globalen Süden.
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