Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind in der Krise. Deutlicher als jemals zuvor formulieren Geberstaaten nationale und geopolitische Interessen. Nun gilt es, die politische Arena einer solidarischen Weltgemeinschaft zu verteidigen und neu zu denken, meint RADWA KHALED IBRAHIM.
Spätestens mit dem Angriff der USA auf Venezuela im Jänner 2026 sind wir in der neuen Weltordnung angekommen. Dabei gab es einen Schlüsselmoment auf der institutionellen Ebene bereits Anfang 2025, als die rechtswidrige de facto Auflösung der USAID, der amerikanischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (EZA), von der neuen Trump-Regierung durchgesetzt wurde. Die Institution stand symbolisch für die Softpower der USA und ihre selbsterklärten liberalen Werte.
Unmittelbar darauf gerieten Impfprogramme ins Stocken, und Schulen mussten schließen. Frauen- und feministische Organisationen im In- und Ausland waren schon davor in die Schusslinie der sogenannten Anti-Woke-Politik geraten. Nun wurden diese Angriffe materiell wirksam gemacht: Frauenkliniken wurden geschlossen, Versorgungsstrukturen zerstört und lebensnotwendige Gesundheitsleistungen entzogen. In den am stärksten betroffenen Konfliktregionen – darunter Sudan, DR Kongo, Gaza, Jemen und Afghanistan – hatte dies für Frauen und Mädchen nachweislich tödliche Konsequenzen.
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