„Weisse Frau, warum nennst du mich Schwester?“

Ein Artikel von:
Anna Geibig

Aus welchem Impuls heraus gründete sich die Frauen*solidarität in den 1980er Jahren? Wie verstand sie Solidarität, und wo stießen Anspruch und Praxis auf Grenzen? ANNA GEIBIG wirft einen historisch-kritischen Blick auf die Anfänge der Frauen*solidarität.

Als Queerfeministin und Historikerin habe ich gelernt, dass man erst das Vergangene verstehen muss, um die Gegenwart zu begreifen. Als ich während meines Praktikums bei der Frauen*solidarität alte Ausgaben der gleichnamigen Zeitschrift in den Händen hielt, blätterte ich durch 40 Jahre Literatur- und Vereinsgeschichte.

Viele Themen der 1980er Jahre sind heute ebenso gesellschaftlich und entwicklungspolitisch relevant wie damals, etwa die Frage nach reproduktiven Rechten, fairer Sexarbeit, Frauen im Krieg und in Widerstandsbewegungen, Migration und Flucht. Beispielsweise ist der Titel dieses Artikels ein Zitat aus einer über 30 Jahre alten Ausgabe der frauen*solidarität – und doch trägt er bis heute eine bemerkenswerte Aktualität in sich. Lange bevor Begriffe wie „Intersektionalität“ oder „postkolonialer Feminismus“ Teil des wissenschaftlichen Diskurses wurden, waren die dahinterliegenden Fragen bereits in den frühen 1980er Jahren zentral für die Entstehung der Frauen*solidarität.

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