LISA ANN RICHEY erklärt, wie aus Entwicklung ein profitables Geschäft werden konnte und warum es nicht länger ausreicht, technische Lösungen für politische Probleme zu formulieren.
Im Jahr 2025 sanken öffentliche Gelder für humanitäre Hilfe auf den niedrigsten Stand des Jahrzehnts: auf 20,5 Mrd. US-Dollar gegenüber 43,3 Mrd. US-Dollar auf dem Höhepunkt im Jahr 2022. Hätten wir das nicht kommen sehen müssen?
Im unserem Forschungsprojekt „Commodifying Compassion“ haben wir untersucht, wie Mitgefühl zur „Ware“ gemacht und Konsum und Wohltätigkeit miteinander verbunden werden. In über einem Jahrzehnt Forschung zur Marktorientierung von „Hilfe“ – sowohl von Entwicklungszusammenarbeit als auch humanitärer Hilfe – beobachteten wir, wie Entwicklung zu einer Zusammenarbeit zwischen privaten Unternehmen, Hilfsorganisationen und Regierungen auf der ganzen Welt wurde. Dabei profitieren humanitäre Organisationen, Philanthrop_innen und Unternehmen sowohl materiell als auch symbolisch von der Vorstellung zu helfen.
Entwicklung als Geschäft
Entwicklung und Kapitalismus sind untrennbar miteinander verbunden. Entwicklungspolitik muss die Rolle und Macht von Unternehmen berücksichtigen, denn diese sind heute wichtige Partner_innen von Staaten, sie finanzieren globale und lokale Organisationen und liefern Großspenden und Investitionskapital.
Der Grund, warum Entwicklung profitabel ist, liegt in fehlgeleiteten Ideologien des Kolonialismus, Kapitalismus und Rassismus. Gutes zu tun und damit wirtschaftlich erfolgreich zu sein wird immer mehr eins. Durch Unternehmenspartnerschaften werden Marken (wie z. B. TOMS Schuhe und Starbucks) unterstützt und Hilfe dabei selbst zur Marke gemacht.
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