Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen
Sophia Boddenberg
mandelbaum Verlag: 2025
Als Sophia Boddenberg 2014 als Studentin nach Chile kommt, beginnt ihr persönlicher Weg zum Feminismus. Aus einem Auslandssemester werden zwei – und danach viele Jahre in Lateinamerika. Sie beginnt als Journalistin zu arbeiten und schließt sich queeren und feministischen Aktivist_innen auf der Straße an. Ihre biografischen Schritte verbindet sie mit Interviews mit Feminist_innen in Chile, Argentinien und Kolumbien und gerade so viel historischer und theoretischer Einbettung wie nötig, um zu verstehen, wie Patriarchat, Kapitalismus und Kolonialismus zusammenhängen.
Nicht nur Bewegungen wie Ni Una Menos gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Femi(ni)zide oder die „grüne Welle“ für die Legalisierung von Abtreibungen kommen zu Wort, sondern auch hierzulande wohl weniger bekannte Indigene und Schwarze feministische Stimmen. Sie regen zu einem Perspektivenwechsel an: wie etwa die Küche als einen Ort von Gemeinschaft und Widerstand zu verstehen – für viele Indigene Feminist_innen selbstverständlich –, der nur durch die Trennung von öffentlich und privat zum Symbol der Unterdrückung werden konnte.
Das Buch ist eine persönliche und lebendige Annäherung an Feminismus und will gerade jetzt, in Zeiten des Backlashs dazu ermutigen, von der kollektiven Organisierung und der Verbindung sozialer Kämpfe der lateinamerikanischen Feminist_innen zu lernen.
Bernadette Schönangerer