Sag’s in Zahlen – Miriam Mona Mukalazi

Ein Artikel von:
Andreea Zelinka
… ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Expertin für feministische Sicherheitspolitik. Sie forschte am European University Institute in Florenz, der Georgetown University in Washington D.C. und am Institute for Peace and Security Studies in Addis Abeba. Während ihrer Zeit bei UN Women Deutschland spezialisierte sie sich auf die Frauen, Frieden und Sicherheit Agenda. Seit 2025 leitet sie den Bereich Afrika Politik beim Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC). Was bedeutet feministische Sicherheitspolitik und für welche Themen setzt du dich besonders ein? Feministische Sicherheitspolitik bedeutet für mich, die Kriege der Gegenwart zu stoppen und zukünftige Konflikte zu verhindern. Ein Staat soll vorausschauend handeln und nicht erst reagieren, wenn es schon fast zu spät ist. Dazu gehört für mich die Investition in zivile Krisenprävention und Friedensförderung. Ende der 2010er Jahre habe ich mit Frauen aus Georgien, Israel, Nordirak, Palästina, und der Ukraine gearbeitet. Alle haben gesagt: „Die Situation ist jetzt schon alarmierend und für viele unerträglich. Wenn wir nicht jetzt handeln, wird es nur noch schlimmer.“ Diese Worte begleiten mich täglich. Meine Rolle beim VIDC begreife ich als Brückenfunktion zwischen Dialog und Kooperationen. Zwischen jenen, die an vorderster Front ihr Leben für Gerechtigkeit aufs Spiel setzen und jenen, die in politischen Institutionen Entscheidungen treffen. Es ist nicht immer eine einfache Rolle. Aber ich bin sehr dankbar für meine Mentorin Toni Haastrup und enge Freundinnen, die mir als feministisches Korrektiv zur Seite stehen – und wenn es notwendig ist, mich auch mal auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Was sind aktuell die größten Herausforderungen für die Sicherheitspolitik zwischen Europa und Afrika? Auf beiden Kontinenten existieren viele und unterschiedliche politische Systeme sowie Wirtschaftsinteressen. Bei politischen Entscheidungen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen ist also eine Herausforderung. Einer dieser gemeinsamen Nenner sollte jedoch die Bekämpfung von Straflosigkeit sein. Sowohl in Afrika als auch in Europa gibt es Staaten und private Unternehmen, die gegen Menschenrecht verstoßen. Solange es keine Konsequenzen gibt, werden diese Akteur_innen weiterhin Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen, wie wir es in der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan oder in der Westsahara sehen. Wie können koloniale Kontinuitäten in der internationalen Sicherheitspolitik durchbrochen werden? Ein großes Problem in (neo-)kolonialen Strukturen ist, dass politische Macht extrem ungleich verteilt ist. Sie ist auf einige wenige verteilt. Der Rest bleibt außen vor. Solange das so bleibt, haben ein paar wenige die Deutungshoheit über Krieg und Frieden. Es braucht aber eine Sicherheitspolitik, die die Lebensrealitäten der globalen

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